Folgende Grundprinzipien sind Maßgabe der Arbeit des Franziskus-Hospiz Hochdahl:
Palliative Care in den Hospizdiensten:
In allen Hospizdiensten ist Palliative Care Grundlage des Handelns. In der Fachsprache wird der Begriff "Palliative Care" verwendet für die besondere Art der ganzheitlichen Pflege von Menschen, die dann notwendig wird, wenn keine kurative (auf Heilung ausgerichtete) Behandlung und Pflege mehr möglich sind.
Palliative Care setzt für hauptamtliche Mitarbeiter eine Zusatzqualifikation voraus. Palliative Care ist gekennzeichnet durch eine umfassende, partnerschaftliche Zusammenarbeit von unterschiedlichen Berufsgruppen und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Für dieses "Team" ist die menschliche Zuwendung zu allen von der schweren Erkrankung betroffenen Menschen selbstverständlich. Deshalb ergänzen sich Beratung, Pflege und Begleitung.
Psychische, psychosoziale (seelische und soziale Anteile in ihren Wechselbeziehungen) und spirituelle (geistige und religiöse) Fragen sollen bei dieser Sicht von Pflege ihren eigenständigen Raum haben. Palliative Care ist ganzheitliche Pflege.
Im Hospizteam arbeiten Ärzte, ehrenamtliche Helfer, eine Seelsorgerin, eine Sozialpädagogin und verschiedene Therapeuten (Kunsttherapie, Musiktherapie, Pysiotherapie) mit den fachkompetenten Pflegekräften zusammen. Allen gemeinsam ist das Anliegen, Kranke und Sterbende darin zu unterstützen, ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zum Tod zu führen. Ebenso gilt die Aufmerksamkeit des Hospizteams den Nahestehenden. Zu unserem Auftrag gehören neben kompetenter Pflege und Therapie das Gespräch - zum Beispiel über Ängste, über religiöse Fragen, über Dinge, die noch zu regeln sind - und auch, wo möglich, die Unterstützung bei der Regelung von Angelegenheiten des täglichen Lebens.
Palliative Care umfasst für die Krankenpflege relevante Kenntnisse in Schmerztherapie und Symptomkontrolle, also die Wahrnehmung, Überwachung und Behandlung aller durch die Erkrankung und die Medikamente auftretenden Symptome. Neben den körperlichen Beschwerden sollen auch die psycho-sozialen und geistig-religiösen Faktoren von Schmerzen in den Blick kommen, um den Kreislauf von Angst, Schmerz, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Depression und sozialer Isolation und Verstärkung des Schmerzes zu durchbrechen.
Die Einnahme von Schmerzmedikamenten kann mit Nebenwirkungen einhergehen; dabei stehen Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen im Vordergrund. Solche Nebenwirkungen können durch geeignete Maßnahmen weitgehend verhindert und behandelt werden.
Palliative-Care-Fachkräfte stehen mit ihren speziellen Kenntnissen und Erfahrungen in solchen Fragen den Betroffenen fachkundig zur Seite. Aber auch über die Ängste im Umgang mit Morphinen werden Palliative-Care-Fachkräfte selbstverständlich mit den Betroffenen (Kranken und Nahestehenden) sprechen.
Zusammen mit dem Arzt wird ein - auf die individuellen Notwendigkeiten des Kranken abgestimmter - Schmerztherapieplan erstellt. Gegebenenfalls zeigen die Pflegekräfte dem Kranken, wie er ein Schmerztagebuch führen kann, damit sie auf seine Bedürfnisse gut eingehen können.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospiz-Teams lassen die Angehörigen und Nahestehenden auch nach dem Tod des Kranken nicht allein: Sie unterstützen bei der Versorgung des Toten und begleiten auf Wunsch und nach Möglichkeit auch auf dem Weg der Trauer.
Aufgaben von Palliative Care im Überblick